Diffuser Haarausfall bei Frauen – Ursachen erkennen und richtig reagieren
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Plötzlich liegen deutlich mehr Haare in der Bürste, beim Duschen sammeln sich Haare im Abfluss und der Pferdeschwanz fühlt sich dünner an. Trotzdem entsteht keine einzelne kahle Stelle.
Das kann auf diffusen Haarausfall beziehungsweise verstärktes Haarausfallen hindeuten.
Gerade bei Frauen kann diese Veränderung sehr beunruhigend sein. Häufig liegt der eigentliche Auslöser jedoch bereits einige Wochen oder Monate zurück.
Deshalb lohnt es sich, nicht nur die Haare anzuschauen, sondern auch zu fragen:
Was hat sich in den vergangenen Monaten in meinem Körper oder meinem Leben verändert?
Was bedeutet diffuser Haarausfall?
Bei diffusem Haarausfall nimmt die Haardichte nicht nur an einer bestimmten Stelle ab. Stattdessen werden die Haare über größere Bereiche oder über den gesamten Kopf hinweg weniger dicht.
Typische Beobachtungen sind:
- deutlich mehr Haare beim Waschen,
- ungewöhnlich viele Haare in Bürste oder Kamm,
- ein dünner werdender Pferdeschwanz,
- weniger Gesamtvolumen,
- stärker sichtbare Kopfhaut,
- das Gefühl, dass insgesamt viel mehr Haare ausfallen als früher.
Normalerweise verliert ein Mensch täglich Haare. Dermatologen nennen ungefähr 50 bis 100 Haare pro Tag als üblichen Bereich. Wenn deutlich mehr Haare ausfallen, kann sogenanntes exzessives Hair Shedding vorliegen. Medizinisch wird eine häufige Form davon als telogenes Effluvium bezeichnet.
Warum kann diffuser Haarausfall plötzlich beginnen?
Unsere Haare befinden sich nicht alle gleichzeitig in derselben Wachstumsphase.
Jedes Haar durchläuft unterschiedliche Phasen: Wachstum, Übergang, Ruhe und schließlich Ausfall.
Nach bestimmten körperlichen oder psychischen Belastungen können ungewöhnlich viele Haare gleichzeitig in eine Ruhephase wechseln. Erst einige Zeit später fallen sie vermehrt aus.
Genau deshalb ist die Ursache manchmal schwer zu erkennen.
Der starke Stress im Januar kann sich möglicherweise erst einige Monate später in der Bürste bemerkbar machen.
Stress als Auslöser
Starker oder länger anhaltender Stress gehört zu den bekannten Auslösern von verstärktem Hair Shedding beziehungsweise telogenem Effluvium.
Dabei kann sowohl psychischer als auch körperlicher Stress eine Rolle spielen.
Dazu gehören beispielsweise:
- außergewöhnliche berufliche Belastung,
- private Krisen,
- schwere Erkrankungen,
- Operationen,
- starke körperliche Belastungen.
Das bedeutet nicht, dass jeder stressige Monat automatisch Haarausfall verursacht. Aber wenn plötzlich deutlich mehr Haare ausfallen, kann sich ein Blick auf die vergangenen Monate lohnen.
Starker Gewichtsverlust und Diäten
Auch deutlicher Gewichtsverlust kann einen vorübergehend verstärkten Haarwechsel auslösen. Die American Academy of Dermatology zählt einen größeren Gewichtsverlust ausdrücklich zu möglichen Auslösern von telogenem Effluvium.
Das ist nachvollziehbar: Während einer starken Kalorienreduktion muss der Körper mit weniger Energie und möglicherweise auch weniger Nährstoffen auskommen.
Haarwachstum gehört dabei nicht zu den lebenswichtigen Funktionen, die der Körper unbedingt priorisieren muss.
Crash-Diäten sind deshalb auch aus Sicht der Haare keine gute Idee.
Erkrankungen und körperliche Belastungen
Haarausfall kann außerdem nach Erkrankungen oder anderen körperlichen Belastungen auftreten.
Auch nach Infekten kann es zu einem vorübergehend verstärkten Haarausfall kommen. Die AAD beschreibt beispielsweise telogenes Effluvium auch nach Erkrankungen wie COVID-19.
Wichtig ist wieder der zeitliche Abstand:
Wenn der Haarausfall beginnt, liegt die Erkrankung möglicherweise längst zurück.
Schwangerschaft und Geburt
Viele Frauen bemerken einige Monate nach der Geburt eines Kindes plötzlich deutlich mehr Haare in Bürste und Dusche.
Auch hierbei handelt es sich häufig um telogenes Effluvium beziehungsweise verstärktes Hair Shedding. Die AAD erklärt diesen Effekt mit dem hormonellen Wechsel nach der Schwangerschaft.
Das kann erschreckend aussehen, ist aber nicht automatisch ein dauerhafter Haarverlust.
Können auch die Wechseljahre eine Rolle spielen?
Ja.
Hormonelle Veränderungen rund um Perimenopause und Menopause können ebenfalls Auswirkungen auf das Haar haben.
Allerdings sollte nicht jeder Haarverlust ab 45 oder 50 automatisch den Wechseljahren zugeschrieben werden.
Gerade deshalb ist die Unterscheidung verschiedener Formen des Haarausfalls wichtig.
→ Haarausfall in der Menopause – warum die Haare dünner werden und was du jetzt tun kannst
Hier solltest du deinen bereits veröffentlichten Rocara-Hair-Ratgeber direkt verlinken.
Diffuser oder erblich bedingter Haarausfall?
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig.
Beim diffusen Haarverlust erscheint das Haar häufig insgesamt weniger dicht.
Beim weiblichen erblich bedingten Haarausfall beginnt die Ausdünnung dagegen häufig stärker im Bereich des Mittelscheitels beziehungsweise Oberkopfes. Auch medizinische NHS-Informationen beschreiben bei androgenetischer Alopezie der Frau typischerweise eine allmähliche Ausdünnung entlang des Scheitels und anschließend zunehmend dünneres Haar am Oberkopf.
Für Laien ist die Unterscheidung allerdings nicht immer eindeutig.
Deshalb ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll, wenn sich das Haarbild deutlich verändert.
Was ist mit Eisen, Vitaminen und Mineralstoffen?
Nährstoffmängel können bei bestimmten Formen von Haarverlust eine Rolle spielen.
Das bedeutet aber nicht, dass bei Haarausfall automatisch möglichst viele Vitamine und Mineralstoffe eingenommen werden sollten.
Eine wahllose Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist keine sinnvolle Ursachenforschung.
Wer einen Mangel vermutet, sollte diesen gegebenenfalls ärztlich beziehungsweise anhand geeigneter Laborwerte überprüfen lassen.
Kann die Schilddrüse Haarausfall verursachen?
Auch Erkrankungen oder Veränderungen im Körper können Haarausfall verursachen. Der NHS weist allgemein darauf hin, dass Haarverlust unter anderem genetische, medizinische oder stressbedingte Ursachen haben kann.
Deshalb sollte länger anhaltender oder ungewöhnlicher Haarverlust nicht ausschließlich kosmetisch betrachtet werden.
Wächst das Haar bei diffusem Haarausfall wieder nach?
Bei einem vorübergehenden telogenen Effluvium kann sich der Haarzyklus wieder normalisieren, sobald der auslösende Faktor nicht mehr besteht.
Die American Academy of Dermatology weist darauf hin, dass verstärktes Hair Shedding häufig wieder zurückgeht, wenn sich der Körper anpasst beziehungsweise der Auslöser verschwindet.
Allerdings braucht das Haar Zeit.
Haare wachsen langsam. Deshalb sollte niemand erwarten, dass sich die ursprüngliche Haardichte innerhalb weniger Tage wiederherstellt.
Genau aus diesem Grund sollte man auch bei Produkten vorsichtig sein, die extrem schnelle Ergebnisse versprechen.
Was kann ich selbst für mein Haar tun?
Auch wenn Haarpflege die medizinische Ursache eines Haarausfalls nicht behandeln kann, kannst du vorhandenes Haar und Kopfhaut sinnvoll unterstützen.
1. Haare nicht zusätzlich strapazieren
Feines oder dünner werdendes Haar sollte möglichst schonend behandelt werden.
Vermeide:
- sehr straffe Frisuren,
- unnötiges Ziehen beim Bürsten,
- extrem hohe Temperaturen,
- häufige aggressive chemische Behandlungen.
Gerade wenn ohnehin weniger Haar vorhanden ist, fällt zusätzlicher Haarbruch stärker auf.
2. Kopfhaut regelmäßig pflegen
Gesundes aussehendes Haar beginnt mit einer gepflegten Kopfhaut.
Regelmäßiges Waschen entfernt Talg, Schweiß und Rückstände von Stylingprodukten.
Dabei reicht eine sanfte Massage normalerweise vollkommen aus. Starkes Schrubben der Kopfhaut ist nicht notwendig.
3. Feines Haar nicht beschweren
Sehr reichhaltige Pflegeprodukte können feines Haar optisch noch platter wirken lassen.
Eine leichte, auf dünner werdendes Haar abgestimmte Pflege kann deshalb angenehmer sein und dem vorhandenen Haar mehr Volumen lassen.
Welche Rolle spielt Koffein in der Haarpflege?
Koffein findet sich inzwischen in zahlreichen Pflegeprodukten für Kopfhaut und dünner werdendes Haar.
Dabei ist eine realistische Erwartung wichtig:
Ein kosmetisches Shampoo kann die medizinische Ursache eines Haarausfalls nicht beseitigen.
Eine auf Kopfhaut und feiner werdendes Haar abgestimmte Koffein-Haarpflege kann aber Bestandteil einer regelmäßigen Haarpflegeroutine sein.
Bei Rocara Hair findest du entsprechende Koffein-Haarpflege für Frauen, die speziell auf feines und dünner werdendes Haar ausgerichtet ist.
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Und was ist mit HAIR AUGMENTUM?
Nahrungsergänzung sollte grundsätzlich als Ergänzung verstanden werden – nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und nicht als Behandlung einer Erkrankung.
Rocara Hair HAIR AUGMENTUM kombiniert ausgewählte pflanzliche Inhaltsstoffe und kann eine Haarpflegeroutine ergänzen.
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Wenn der Haarverlust jedoch plötzlich stark ist oder über längere Zeit anhält, sollte zunächst nach der Ursache gesucht werden.
Wann sollte ich wegen Haarausfall zum Arzt?
Der NHS empfiehlt grundsätzlich eine medizinische Abklärung, wenn man sich wegen des eigenen Haarverlustes Sorgen macht – insbesondere bevor man sich ausschließlich auf kommerzielle Haarbehandlungen verlässt.
Besonders sinnvoll ist eine dermatologische Abklärung, wenn:
- plötzlich sehr viele Haare ausfallen,
- der Haarausfall über längere Zeit anhält,
- kahle Stellen entstehen,
- sich der Scheitel sichtbar verbreitert,
- die Kopfhaut entzündet, schmerzhaft oder stark juckend ist,
- zusätzlich Augenbrauen oder andere Haare ausfallen,
- weitere körperliche Beschwerden auftreten.
Mein Tipp: Fotos statt täglicher Spiegelkontrolle
Wenn du das Gefühl hast, deine Haare würden immer dünner, kann tägliches Kontrollieren eher verunsichern.
Hilfreicher sind Fotos.
Fotografiere Scheitel, Seiten und Oberkopf beispielsweise einmal im Monat unter möglichst gleichen Lichtbedingungen und aus derselben Perspektive.
So lässt sich wesentlich besser beurteilen, ob sich die Haardichte tatsächlich verändert.
Fazit: Diffuser Haarausfall hat oft eine Geschichte
Wenn plötzlich überall mehr Haare ausfallen, ist es verständlich, sofort nach einem Shampoo, Serum oder Nahrungsergänzungsmittel zu suchen.
Aber häufig ist eine andere Frage wichtiger:
Was ist vor zwei oder drei Monaten passiert?
Stress, Erkrankungen, Gewichtsverlust, hormonelle Veränderungen oder andere körperliche Belastungen können sich zeitversetzt an den Haaren bemerkbar machen.
Deshalb sollte die erste Reaktion bei stärkerem Haarverlust nicht Panik sein, sondern Ursachenforschung.
Eine schonende Haarpflege, eine gepflegte Kopfhaut und eine ausgewogene Ernährung können das vorhandene Haar sinnvoll unterstützen.
Und wenn der Haarverlust stark, ungewöhnlich oder anhaltend ist, gehört die Ursachenklärung in medizinische Hände.
Rocara Hair – Wissen und Pflege für Haarwachstum, Kopfhaut und dünner werdendes Haar bei Frauen und Männern.